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Hot Town – Hitze in der City

- Die Städte kochen, da die Wärme zwischen den Häusern gespeichert wird. (Foto: pixelio.de/Tim Reinhart)
Unerträgliche Hitze, Schweißperlen auf der Stirn, am Körper klebende Kleidungsstücke: wer kennt das nicht in diesem Sommer, dem, mal wieder, angeblich heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dabei hatte alles doch so kühl angefangen. Noch im März herrschte Eiszeit. Der April war “so naja” und der Mai verregnet. Jetzt ist die Wohnung auf einmal eine Sauna. Vor allem die Städte kochen, da die Wärme zwischen den Häusern gespeichert wird. Davon mag der eine oder andere in bitterkalten Winternächten bibbernd geträumt haben. Im Sommer ist es nicht nur lästig, sondern auch extrem belastend für den Körper. Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Hitzewallungen strapazieren die Deutschen. Der logische Schritt: der Kauf einer Klimaanlage. Die Nachfrage steigt, oft sind die Geräte vergriffen. Das ist gut so – schließlich sind diverse Alternativen nicht nur umwelt-, sondern auch geldbeutelfreundlicher.
Teure Coolness
Klimageräte mit ihren niedrigen Einstiegspreisen sind bei hohen Temperaturen zwar beliebt, doch ein Kauf rächt sich meist in mehrfacher Hinsicht. Auf den Kaufpreis muss der Verbraucher oft zusätzlich die Kosten für Zubehör und Installation zahlen. Hinzu kommt die große Menge an Strom, die so ein Kälte-Kasten verbraucht. Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen co2online GmbH, warnt: „Die Quittung kommt später“. Recht hat sie. Gut und gerne 150 Euro Stromkosten extra können über den Sommer zusammenkommen. In ein paar Monaten frisst eine Klimaanlage im Durchschnitt soviel Strom wie ein Kühlschrank in einem ganzen Jahr. Ein Energiehunger mit verheerenden, nicht-finanziellen Folgen. Diese bekommt der Konsument teilweise am eigenen Leib zu spüren: der Klimawandel und die daraus resultierende drückende Hitze. Die für die Umwelt folgenschweren CO2-Emmissionen der Klimageräte fördern fataler Weise wiederum die Nachfrage nach eben solchen Anlagen. Mehr als zwei Millionen Geräte laufen zur Zeit in Deutschland und verschärfen damit den Klimawandel. Ein Teufelskreis. Doch ist dieser relativ einfach zu durchbrechen, wie die GreenMag-Tipps gegen die sommerliche Hitze zeigen.

- Dem Luftstrom zu lange ausgesetzt, versteift sich der Nacken und es droht eine Erkältung. (Foto: pixelio.de/Kurt Michel)
Lüften will gelernt sein
Erster und einfachster Tipp: Richtiges Lüften. Ja, korrekt gelesen, es gibt durchaus so etwas wie falsches Ventilieren. Tagsüber, wenn die Sonne brennt, sollten die Fenster geschlossen bleiben. In den Morgen- und Abendstunden und die Nacht über gehören sie geöffnet. Besonders Quer- und Stoßlüften ist zu empfehlen, da so der Luftaustausch am effektivsten stattfindet. Aber Achtung: Nachts sollte Zugluft vermieden werden, da sonst ein steifer Nacken oder gereizte Schleimhäute drohen. Feuchte Luft wirkt ebenfalls wenig hilfreich. Bei hoher Luftfeuchtigkeit fällt es dem Körper schwer, sich selbst zu kühlen. Daher sind langes Kochen und das Aufhängen der Wäsche tagsüber besser zu unterlassen.
Ventilatoren an, alles andere aus
Angenehme, luftige und vor allem sofortige Windstöße verursachen Ventilatoren. Natürlich, auch sie verbrauchen Strom. Jedoch benötigen sie bis zu 50 Mal weniger Saft als eine Klimaanlage. Auch hier gilt: dem Luftstrom zu lange ausgesetzt, versteift sich der Nacken und es droht eine Erkältung. Wer glaubt, die Hitze käme nur von draußen, der irrt. Beleuchtung, Herde und Öfen können den Wärmegrad der Wohnung erheblich steigern. Um die ungewollte Zimmer-Sauna zu vermeiden, sollten elektrische Geräte und Netzteile abgeschaltet werden – das spart nicht nur Strom, sondern mindert auch die Temperaturen in der Stube.

- Damit die Umwelt nicht noch weitere Schäden nimmt, ist von der Anschaffung einer Klimaanlage abzuraten. (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)
Volle Vorbeugung voraus
Schlau ist, wer vorbeugt. Das gilt ohnehin für vieles. Im Kampf gegen die Hitze besitzt die Wahrheit besondere Gültigkeit. Erhitzen sich Fenster erst gar nicht, bleibt die Wärme der Wohnung fern. Vor allem außen angebrachte Markisen, Jalousien und Rollos wirken Wunder. Auch von draußen an die Fenster geheftete Sonnenschutzfolien verrichten ihren Dienst. Sie reflektieren die Sonnenstrahlen, lassen dadurch allerdings kaum Licht ins Zimmer. Verstellbare Jalousien sind folglich die optimale Option. Die grünste Alternative ist wohl das langfristige Projekt, die Fassade oder das Dach mit Pflanzen zuwachsen zu lassen: die natürliche Schutzfolie wäre komplett.
Warm und kalt dank Dämmung
Hausbesitzer verfügen über die Möglichkeit, die Hitze nachhaltig vor die Türe zu verbannen. Mittels Modernisierungen können sie dafür sorgen, dass die Wärme im Winter gebündelt wird und sie sich im Sommer in Grenzen hält. Ein Tipp wäre, die Hausfassade, oder zunächst nur den Dachboden, mit einer Dämmung zu versehen. Des weiteren gibt es so genannte Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Solch eine Installation hilft nicht nur der Umwelt, sondern verbessert auch die Luftqualität im Haus zusehends. Da im Winter Wärmeverluste vermieden werden, spart ein solches Lüftungssystem zusätzlich viel Heizgeld.
Einen kühlen Kopf bewahren
Dr. Benjamin Bongardt vom Naturschutzbund Deutschland alarmiert: „Lange Hitzeperioden werden, verschärft durch den Klimawandel, zunehmend zum Gesundheitsproblem für uns. Stadt und Bewohner müssen sich an diesen Stadtklimawandel anpassen.“ Damit die Umwelt nicht noch weitere Schäden nimmt, ist von der Anschaffung einer Klimaanlage abzuraten. Es gibt genug umweltfreundliche Alternativen, die effizienter wirken und dem Verbrauchen auch den Krach der Geräte ersparen. Es wäre ein schlechter Tausch, einen kühlen Kopf zu bewahren, um ihn dann mit Lärm zum Brummen zu bringen. Letzter Tipp: einfach mal ein Eis essen – kühlt und schmeckt auch noch gut.
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